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FAQ - E-Mails lassen sich nicht öffnen – Prüf- und Behebungsanleitung

(Stand: 08/2026)

Verfügbar in Subscription: Core · Pro · Ultimate

Verfügbar ab Release: 2.0

Betrifft:

  • 🖥️ IT / Technik
  • ⚙️ Administration

Frage

Warum lassen sich E-Mails mit Bildern im NEXOWARE c-entron ERP ServiceBoard nicht öffnen oder laden nur sehr langsam, und wie kann die IT-Administration die Ursache selbst eingrenzen und beheben?

Kurzantwort

Ursache ist fast immer eine blockierte oder zu früh unterbrochene WebSocket-Verbindung zwischen Browser und Server (/_blazor) — meist durch einen Reverse Proxy, ein Gateway, eine Firewall oder einen Virenscanner mit HTTP-Prüfung. Ohne funktionierende WebSocket-Verbindung fällt das NEXOWARE c-entron ERP ServiceBoard auf ein langsameres Ersatzverfahren zurück, das bei umfangreichen E-Mails (viele eingebettete Bilder, teils mehrere MB) an Größen- oder Zeitgrenzen scheitert.

Lösung / Überblick

Selbsttest in zwei Minuten (kein Login im NEXOWARE c-entron ERP ServiceBoard nötig, die Anmeldeseite genügt):

  1. NEXOWARE c-entron ERP ServiceBoard im Browser öffnen.
  2. Entwicklerwerkzeuge starten (Taste F12).
  3. Auf den Reiter Netzwerk wechseln.
  4. Die Seite neu laden (F5).
  5. Im Filterfeld _blazor eingeben.

Bewertung:

BeobachtungBedeutung
Ein Eintrag _blazor mit Status 101WebSocket funktioniert — Verbindung in Ordnung
Kein Eintrag mit Status 101, stattdessen eine fortlaufende Kette von Anfragen an _blazor?id=…WebSocket wird blockiert — Ursache gefunden

Ergänzend zeigt der Reiter Konsole im Fehlerfall eine Meldung, die den Rückfall auf das Ersatzverfahren („Long Polling") benennt. Zusätzliches Indiz: Melde dich mit einem Benutzer mit dem Recht Einstellungen an und öffne das Dashboard — erscheint dort ein Warnhinweis zur Verbindung, stützt das den Befund. Maßgeblich bleibt aber der Netzwerk-Test oben.

Vier Anforderungen an die Infrastruktur (bitte prüfen):

  • WebSocket-Verbindungen werden durchgelassen
  • Leerlauf-Timeout mindestens 100 Sekunden
  • Keine Zwischenspeicherung und keine Größenbegrenzung für Antworten auf /_blazor
  • Bei mehreren Servern: Sitzungsbindung („Sticky Sessions") aktiv

Anforderung 1 ist in der Praxis in den meisten Fällen die entscheidende.

Wichtig bei TLS-Terminierung am Proxy: Wenn der Proxy HTTPS entgegennimmt und intern per HTTP weiterleitet, muss der Header X-Forwarded-Proto den tatsächlich vom Browser genutzten Wert tragen. Ein falscher Wert erzeugt Weiterleitungsschleifen, die wie ein völlig anderer Fehler aussehen. Gleiches gilt für den Host-Header: er muss den Port enthalten, sonst gehen Weiterleitungen der Anwendung ins Leere.

Konfiguration nach Plattform

Microsoft IIS mit Application Request Routing

Der häufigste Befund auf Windows-Servern: das Windows-Feature „WebSocket-Protokoll" ist nicht installiert. Ohne dieses Feature reicht IIS WebSocket-Verbindungen grundsätzlich nicht weiter, unabhängig von der übrigen Konfiguration.

  1. Server-Manager → Rollen und Features hinzufügen → Webserver (IIS) → Anwendungsentwicklung → WebSocket-Protokoll installieren.
  2. In der Website-Konfiguration sicherstellen, dass WebSockets nicht deaktiviert sind:
<system.webServer>
<webSocket enabled="true" />
</system.webServer>
  1. In den Proxy-Einstellungen von Application Request Routing:
    • Response buffer threshold auf 0 setzen (deaktiviert die Zwischenspeicherung),
    • Time-out auf mindestens 100 Sekunden.

nginx

Entscheidend sind die beiden Upgrade-Zeilen. Fehlen sie, wird der Header nicht weitergegeben und die WebSocket-Verbindung scheitert.

map $http_upgrade $connection_upgrade {
default upgrade;
'' close;
}

location / {
proxy_pass http://serviceboard-host:8050;
proxy_http_version 1.1;
proxy_set_header Upgrade $http_upgrade;
proxy_set_header Connection $connection_upgrade;

# Muss den Port enthalten, sonst gehen Weiterleitungen ins Leere.
proxy_set_header Host $http_host;
proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;

proxy_buffering off;
proxy_read_timeout 100s;
proxy_send_timeout 100s;
}

Andere Reverse Proxys

Für Apache, HAProxy, Traefik und vergleichbare Produkte gelten dieselben vier Anforderungen. Beachte dabei, dass der Pfad /_blazor zwei Arten von Anfragen bedient: zunächst einen gewöhnlichen HTTP-Aufruf zum Verbindungsaufbau, danach das WebSocket-Upgrade. Eine Konfiguration, die diesen Pfad ausschließlich auf WebSocket umleitet, bricht den ersten Schritt. Nötig ist eine Weiterleitung, die anhand des Upgrade-Headers unterscheidet.

Virenscanner, Web-Filter, WAF

Produkte mit HTTP- oder SSL-Prüfung unterbrechen WebSocket-Verbindungen regelmäßig. Nimm den NEXOWARE c-entron ERP ServiceBoard-Host testweise von der Prüfung aus und wiederhole den Selbsttest. Achte dabei besonders auf kurze Leerlauf-Timeouts — manche Produkte verwenden 10 Sekunden als Voreinstellung, was für den Betrieb nicht ausreicht.

Hintergrund

Häufige Fehler

Typische Ursachen oder Missverständnisse sind:

  • Das Windows-Feature „WebSocket-Protokoll" ist bei IIS nicht installiert.
  • Die Upgrade-Header-Weiterleitung fehlt bei nginx oder einem anderen Reverse Proxy.
  • Der Leerlauf-Timeout ist zu kurz eingestellt (z. B. Virenscanner-Voreinstellung von 10 Sekunden).
  • Bei mehreren Servern sind keine Sticky Sessions konfiguriert.
  • Der Pfad /_blazor wird ausschließlich auf WebSocket umgeleitet, wodurch der initiale HTTP-Verbindungsaufbau blockiert wird.
  • Bei TLS-Terminierung sind X-Forwarded-Proto oder Host-Header falsch gesetzt.

👉 In diesen Fällen bleibt die WebSocket-Verbindung instabil oder blockiert, bis die Konfiguration entsprechend korrigiert wird.

Tipp

Wiederhole den Selbsttest nach jeder Anpassung. Erst wenn dort der Eintrag mit Status 101 erscheint, ist die Verbindung in Ordnung. Öffne danach zur Gegenprobe eine umfangreiche E-Mail in einem Ticket — sie sollte ohne Unterbrechung erscheinen.

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